Chronik

Die Gründung

Am 18. Sept. 1898 wurde von einigen Männern eine Gebirgspartie unternommen, welche sehr gesellig verlief und dabei wurde der Wunsch wach, einen Verein zu gründen, zur Erhaltung der schlichten Gebirgstracht, die zu dieser Zeit im Begriff war auszusterben.

Dieselben Männer versammelten sich dann wieder am 24. September und beschlossen die Gründung einer Gebirgs-trachtengesellschaft mit der Bedingung, die Gebirgstracht bei allen Anlassen ohne Scheu zur Schau zu tragen.

Bereits einen Monat später, am 18. Oktober wurde im Vereinslokal Almagmach das Gründungsfest gefeiert und als Erinnerung an diesen Tag eine Gründungstanne gepflanzt.

Am 22. Februar 1899 fand der erste Trachtenball statt. Es folgten bald weitere Auftritte, so auch die Teilnahme am Schützenumzug der kgl. privaten Schützengesellschaft Immenstadt. So zählte der Verein im Oktober 1900 bereits 21 Mitglieder.

Bei der Generalversammlung am 16. Juni 1901 wurde von der gesamten Versammlung beschlossen, aus der Gebirgstrachtengesellschaft den Gebirgstrachtenverein .D’lllertaler“ zu gründen, die AIIgäuer Volkskunst und so die landesüblichen Tanze zu Oben und die Geselligkeit und Unterhaltung zu pflegen.

Die neu gewählte Vorstandschaft setzte sich nun wie folgt zusammen

Ehrenvorstand Josef Nöß

1. Vorstand Michael Ulrich

Kassier Clement Jaumann

1. Beisitzer Rupert Stekeler

1. Beisitzer Christian Rohrmoser

Vereinsdiener Josef Sailer

Nun fanden auch regelmäßig Plattlerproben statt, um das Brauchtum wieder aufleben zu lassen.

Als junger Verein waren die ,,D’lllertaler“ bereits sehr aktiv und so konnte der Verein im Oktober 1901 die Einweihung des Gesellschaftshauses (heute Hofgarten) feiern und wünschte sich dabei, daß Freunde der volkstümlichen Sache sich recht zahlreich anschließen möchten.

 

In den folgenden Jahren besuchte der Verein zahlreiche Trachtenfeste. Am 12. Juni 1904 in München das 20-jährige Stiftungsfest der listigen Wendelstoaner. Dabei erhält der Verein den 2. Weitpreis in Form eines Fahnenbandes. Ein Jahr später beteiligt sich der Verein an den Fahnenweihen beim Trachtlerverein ,AIpenrose“ in Oberhausen und beim Trachtlerverein ,,D’Achtaler“ in Pfronten, wobei neue Freundschaften entstehen. Im selben Jahr konnte auch das erste Waldfest auf der Schießstätte stattfinden.

 

 

Unsere Paten

Die Patenschaft für unsere erste Fahne übernahm 1906 der GTEV ,,D’Achtaler“ aus Pfronten. Damals war es noch nicht so einfach einen Paten zu finden, da es noch nicht sehr viele Vereine im AIIgäu gab und noch weniger die bereits selbst eine Fahne besaßen. Und so kamen wir zu den Achtalern aus Pfronten, die sofort bereit waren, das ehrenvolle Amt zu übernehmen. 

 

 

 

Für die Weihe unserer neuen Fahne am 3. Juli 1988 baten wir Nachbarverein „Grüntebuebe“ aus Kranzegg,
ob sie nicht Pate bei uns werden möchten. Und beim Patenbitten in Kranzegg, Ende Januar 1988 sagten sie dann ja. Es ist für uns eine große Freude, daß die Grüntebuebe bei uns die Patenstelle übernehmen, da sie wie wir zur Gemeinde Rettenberg gehören. 

 

Die Fahnenweihe

Durch die Einnahmen aus verschiedenen Veranstaltungen des Vereins und durch Spenden der Immenstädter Geschäftsleute, war es möglich geworden eine Fahne anzuschaffen.

Am 24, Juni 1906 war es soweit, die Fahne konnte geweiht werden. Die anwesenden Vereine bewegten sich in einem stattlichen Zug zur Pfarrkirche um er Fahnenweihe beizuwohnen. Nach der kirchlichen Feier begaben sich die Festteilnehmer zum Gesellschafts-haus, um dort die feierliche Übergabe des schönen und prächtigen Banners an den Verein mitzuerleben.

Die Patenschaft übernahm der GTEV „Achtaler“ aus Pfronten. Am Nachmittag bewegte sich ein farben-präichtiger Festzug durch die Straßen von Immenstadt, denn es waren nicht nur örtliche Vereine vertreten, sondern neben dem Patenverein, die lustigen Wendelstoaner München, D’Ostrachtaler Hindelang, Alpenrose Oberhausen und die Neuschwanstoaner Füssen. Der Nachmittag wurde noch mit Ehrentänzen abgerundet, ehe am Abend der Festausklang folgte.

 

Das Vereinsgeschehen

Der Verein gründete auch eine Volksmusikgruppe, welche am 10. Juni 1906 im Hotel Bayerischer Hof ihr erstes Konzert gab. Aber auch sonst ist der Verein rührig und es entstehen zwei Vereinsplattler, so der „Alt Illertaler“ und der ,,Original Geißbubentanz“, Nachdem der Verein bereits über eine Sängergruppe verfügte, wurde beschlossen, auch mit einer Theatergruppe zu beginnen. Und so konnte am 28. Nov. 1907 das Theaterstück ,, D’Zwiderwurzn“ aufgeführt werden, was ein voller Erfolg wurde und ein Grund jedes Jahr Aufführungen folgen zu lassen.

Aber auch auswärts war der Verein weiterhin sehr rege. So fuhren die Trachtler nach Wolfratshausen und zum GTEV Neubeuren München zur Fahnenweihe sowie 1908 zum ersten Volkstrachtenfest nach München um nur einige zu nennen.

1912 wurde der AIIgäuer Gauverband gegründet, an dem die Illertaler als Gründungsverein beteiligt waren. Zwei Vereinsmitglieder, 1. Vorstand, Alois Jackl war von 1914 bis 1923 1. Gauvorstand und August Zöbele von 1912 bis 1929 2. Gauvorplattler. Der Verein beteiligte sich fleißig an den Gautrachtenfesten und konnte dabei auch zahlreiche Preise erringen. Aber auch sonst nahm der Verein jede Gelegenheit wahr, sich an Trachtenfesten und Fahnenweihen zu beteiligen. Ab 1929 finden im Hofgarten in Immenstadt regelmäßig Alpenbälle statt, an denen der Verein mitwirkt und wobei der Geißbubentanz besonderen Anklang findet.

 

Das Jubiläumsjahr 1948 bringt neue Veranstaltungen mit sich. Nachdem der Jodler-Wettstreit beim Gaufest solch großen Anklang fand, beschloß der 1. Vorstand Max Herz, den AIIgäuer Liedertag ins Leben zu rufen, der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Ebenso überlegte Max Herz, wie man es schaffen könnte, daß die Bergler und Sennen im Sommer wieder den Bart wachsen lassen, denn sie machten es zur Sitte, auch im Sommer auf der Alpe sich zu rasieren. Und so kam ihm die Idee, speziell für die Bergler und Alpsennen im Herbst einen Berglerball durchzuführen und den schönsten Bart zu prämiieren. Dabei wurde Josef Füß aus Liebenstein der 1. Bartkönig. Gesagt, getan – seitdem feiern wir jedes Jahr am letzten Samstag im September den traditionellen Berglerball, Nach dem Krieg kamen auch die ersten Vereinsmitglieder aus Untermaiselstein dazu. Es waren dies Resl Hage (Hindelang) und Hans Hage.

 

Seit 1950 hat der Verein nun auch eine Jugendgruppe. 1956 kamen wieder einige Mitglieder aus Untermaiselstein dazu, 1969 war ein sehr bedeutendes Jahr für den Verein, denn er war im Begriff sich aufzulösen. Aus Immenstadt kamen keine Jungen mehr dazu und die aktiven Plattler kamen alle aus Untermaiselstein. AIs einzige Lösung sah der damalige Vorstand, Sepp Gantner, die Übertragung des Vereins nach Untermaiselstein.

Dies geschah dann am 8. November 1969. Nach einer feierlichen Messe in der Klosterkirche in Immenstadt wurde die Fahne offiziell den Jung-Illertalern übergeben und somit auch das gesamte Vereinswesen. Aber gleichzeitig entstand in diesem Jahr die Partnerschaft mit La Frenaye, die besonders durch die Verdienste von Sepp Gantner und der Immenstädter Arbeitsgemeinschaft zustande kam. Am 22. November 1969 wurde in Untermaiselstein die gesamte Vorstandschaft neu gewählt.

Auch wurde eine Freundschaft geknüpft mit dem Jodlerclub Alpenblume Herisau, der dadurch auch schon für den Berglerball verpflichtet werden konnte.

Besonders hervorzuheben wäre aus den letzten Vereinsjahren noch die Teilnahme am „Jahrhundert-Trachtenfest“ in München und die Übernahme der Patenschaft für die Gaustandarte des AIIgäuer Gauverbandes vor zwei Jahren.

 

Die beiden Weltkriege und die Wiedergründung

Der 1. und 2. Weltkrieg bedeuteten für den Verein, große Verluste in Kauf zu nehmen. Während des 1. Weltkrieges, von 1914 bis 1918, ruhte fast die gesamte Vereinstätigkeit, allerdings wurde jedes Jahr eine Generalversammlung abgehalten. Doch sofort nach dem Ende des Krieges begann im Verein wieder reges Leben, jedoch durften größere Festlichkeiten erst 2 Jahre später stattfinden. Der unheilvolle 2. Weltkrieg brachte die Vereinstätigkeit vollkommen zum Erliegen. Nachdem die ersten Heimkehrer wieder aus der Gefangenschaft zurück waren, setzten sie alles in Bewegung, um den Verein wieder zum Leben zu erwecken und den Verein neu lizenzieren zu lassen.

Bereits am 15. April 1947 erhielt der Verein die Genehmigung und mit frischem Mut ging es an die Arbeit – das Vereinsschifflein so zu steuern, daß es dahin steuerte, wo es sein sollte. Zunächst waren es die Alten, die der Fahne treu blieben, aber es kamen auch junge Menschen dazu, die Freude hatten an den Sitten und Gebräuchen der Vorfahren. Und so zeigte sich der Verein im Jubeljahr 1948 bereits wieder sehr aktiv.

 

Unsere Jubiläen

Am 5. Juli 1908 konnte der Verein bereits das l0-jährige Stiftungsfest feiern, an dem sich auch acht auswärtige Vereine beteiligten.

Das 15-jährige Stiftungsfest feiert der Verein in Verbindung mit dem 1. Gautrachtenfest am 14. Juni 1913. Es nahmen daran 17 Gauvereine, 5 Vereine außer Gau teil, mit ca. 440 Trachtlern. Dabei wurde auch ein Trachtenpreis, Gesangspreis, Plattlerpreis, Meistpreis und Weitpreis vergeben. 

 

Am 5. und 6. August 1923 wurde das 25-jährige Vereins-bestehen in gebührendem Rahmen gefeiert. Am Festabend wirkten mit: Unser Patenverein „D’Achtaler“ Pfronten sowie die Patenkinder „Berglerbuam“ Blaichach, „Neuschwanstoaner“ Füssen und „AIIgäuer“ Nürnberg. Am Festzug beteiligten sich 23 Vereine.

Das 40-jäihrige Jubiläum wurde im kleineren Rahmen mit den Paten und den Patenkindern am 23.5. 1938 gefeiert.

Das 50-jährige Jubilaum wurde nach dem Krieg wieder gebührend gefeiert. Es fand wieder in Verbindung mit dem Gaufest statt. Am Festsonntag beteiligten sich daran 55 Vereine, 6 Festwagen und 14 Musikkapellen.

 

1958 wurde am 23. August im kleinen Rahmen das 60-jährige JubiIäum gefeiert.

Das 70-jährige Jubiläum in Verbindung mit der Vereinsverlegung nach Untermaiselstein wurde am 8. und 9. November 1969 mit einem Jahr Verspätung gefeiert. Dem Festheimatabend folgte am Sonntag eine heimatliche Messe in der Klosterkirche Immenstadt mi
t anschließendem Totengedenken am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegung. Danach erfolgte die Fahnenübergabe an die „Jung-Illertaler“ Untermaiselstein.

Am 16. Juni 1973 konnte das 75-jährige Jubiläum im neuen Hofgarten stattfinden.


Vom 29. Juni bis 3. Juli 1988 wurde das 
90-jährige Jubiläum mit Fahnenweihe in Untermaiselstein gefeiert. Den Festauftakt gestalteten die Harmoniemusik Untermaiselstein-Rottach, am Aben
d spielten die „Oberallgäu
Musikanten“. Außerdem wirkten bei diesem Jubiläum die „Mürztaler“ aus der Steiermark und die „Breitenberg-Büebe“ mit.

Am Sonntag, nach dem Festgottesdienst im Festzelt und Weihe der neuen Fahne fand der Festumzug durch den Ort statt. Den Festausklang gestaltete wieder die Harmoniemusik Untermaiselstein-Rottach unter Leitung von Franz Hammerl (verstorben 2014)

Patenkinder und Brudervereine

Bereits 1907 wurde uns zum ersten Mal die Ehre zuteil, die Patenschaft bei einer Fahnenw
eihe zu übernehmen. Es war dies beim Trachtenverein D’Neuschwanstoaner Füssen.

Schon zwei Jahre später, 1909, wurde unser Verein überraschend die Vizepatenschaft beim Trachtenverein „Isartaler“ Grünwald angetragen und auch sofort angenommen.

1912 wurde uns dann die Patenschaft beim GTEV Berglerbuam Blaichach angetragen und natürlich auch angenommen, denn es war eine besondere Freude, nun auch der Nachbarschaft ein Patenkind zu haben, mit dem uns bis heute eine besondere Freundschaft verbindet.

Danach folgten einige Jahre Pause, bis 1923 die Patenschaft beim GTEV d’AIIgäuer Nürnberg (damals Mitglied im AIIgäuer Gauverband) übernommen wurde. Leider besteht dieser Verein nicht mehr.

 

Bereits ein Jahr später, 1924, wurde unser Verein als Pate nach Scheidegg zu den Westallgäuern (heute Edelweiß) gerufen. Eine besondere Ehre wurde uns 1986 zuteil, als der AIIgäuer Gauverband mit der Bitte an unseren Verein herantrat, doch für die Gaustandarte die Patenschaft zu übernehmen, da wir doch der älteste Verein im Gauverband seien. Es wird uns ein unvergessener Tag bleiben, als am 27 Juli die Gaustandarte geweiht wurde.

In Immenstadt blieb unser Verein nicht der einzige. 1905 wurde der GTEV Stoinebergler und 1912 der GTEV D’Älpler gegründet, mit denen wir als Bruderverein in guter Verbindung stehen.